Diebstahl von Fahrrädern verhindern?

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Jul
21
Frau trägt ein Fahrrad die Treppen herunter

Fahrräder gehören zu den Verkehrsmitteln, welche sogar getragen werden können.

Eben war es noch da, jetzt ist es weg. Gestohlen. Aus dem Keller, vor dem Bäcker, auf der Straße. Zurück bleibt nur ein dumpfes Gefühl: Ohnmacht. Welche Mittel es dagegen gibt und was man tun kann, haben wir in diesem Artikel zusammengestellt.

“Hast Du sowas schon mal erlebt? Das grüne Fahrrad habe ich eben nur kurz vor der Türe der Werkstatt abgestellt und jetzt ist es weg!” sagt Michael und ist total geschockt. So dreist hat er es noch nicht erlebt.
Es ist kein Einzelfall: über 300.000 Fahrräder werden pro Jahr in Deutschland als gestohlen gemeldet. Nicht alle Diebstähle von Fahrrädern werden angezeigt. Die Polizei schätzt alle Delikte sogar auf das bis zu fünffache der registrierten Fälle. Verschiedene Quellen gehen davon aus, dass die Quote der wiedergefundenen Fahrrädern bei etwa zehn Prozent liegt.

Das Problem

Ein Fahrrad hat zwar eine Rahmennummer, einen Rückschluss auf den eigentlichen Eigentümer gibt es jedoch nicht. Selbst wenn eine Rahmennummer in einem Rechnungsbeleg aufgeführt ist, muss erst das Fahrrad gefunden werden. Nicht zuletzt ist der Diebstahl im Zweifel recht einfach: Hängt nicht gerade ein Baum oder ein einbetonierter Fahrradständer am Rahmen, trägt man das Gefährt einfach weg. Scheinbar hat man mit verschiedenen Problemen zu kämpfen.

Ob ein Diebstahl komplett zu verhindern ist, hängt viel von den vorhandenen Möglichkeiten und Voraussetzungen ab: Dem Fahrrad selber, der Umgebung in der es abgestellt wird und nicht zuletzt von der Person, welche mit dem Fahrrad unterwegs ist. Kinder sind sorglos, schnell und denken schlicht nicht daran ihr Gefährt zu sichern, wenn sie sowieso aktuell im Spielmodus sind. Erwachsene gehen oft nicht davon aus, selber zum Opfer eines Diebstahls zu werden. Dient das Fahrrad als Sportgerät, so gibt es sogar triftige Gründe, welche scheinbar gegen Sicherungseinrichtungen sprechen – zumindest aus technischer und physikalischer Sicht.
Trotzdem gibt es mehrere Wege den Diebstahl zu erschweren oder zu einer erfolgreichen Suche beizutragen.

“Wer einen Fehler gemacht hat und ihn nicht Korrigiert, begeht einen Zweiten.” (Konfuzius)

Stehlen erschweren

In erster Linie ist es möglich, dem Dieb die Arbeit so schwer wie möglich zu machen. Der ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e. V.) gibt auf seiner Seite verschiedene Hinweise und Ratschläge, welche sich mit “klauen verhindern” beschäftigen. Ein gutes und sicheres Schloss ist dabei das Mittel der ersten Wahl. Das richtige und sichere Schloss zu finden, ist eine Aufgabe. Der ADFC e.V. beschreibt die verschiedenen Schlossarten sowie deren Vorzüge und Nachteile. Nur ein gutes Schloss zu haben reicht nicht aus. Richtig gesichert ist ein Fahrrad erst dann, wenn ein Laufrad, der Rahmen und ein möglichst nicht beweglicher Gegenstand mit dem Schloss verbunden werden. Noch mehr Tipps findet man ebenfalls auf der ADFC-Seite “Grundregeln um Diebstahl vorzubeugen”.
Zudem ist nicht jede Abstellvorrichtung geeignet, um zuverlässig sein Fahrrad anzuschließen. Selbst dafür gibt es eine Orientierung des ADFC e.V. zum Thema zertifizierte Abstellanlagen. M&M Bikeshop ist Fördermitglied des ADFC e.V. und das nicht ohne Grund: Sie nehmen das Thema Fahrrad sehr ernst und erarbeiten wertvolle Informationen für Interessierte. Wer sich dazu entscheidet, sich ein qualitativ hochwertiges Schloss zuzulegen – Herstellerinformationen gibt es zum Beispiel auf der Seite von ABUS – “Fahrraddiebstahl vermeiden”.
Eine weitere, zusätzliche Lösung sind Alarmanlagen für Zweiräder. Sensoren steuern ein Gerät, welches Schallquellen aktiviert. Diese können durchaus 120 Dezibel erzeugen – ein Geräusch, wie von einem startenden Düsenflugzeug.

Erkennen ermöglichen

Alle Rahmen haben eine Rahmennummer. Selbst wenn diese bekannt ist, kann der Besitzer nicht unmittelbar zugeordnet werden. Was tun? Erstmalig wurde ein Verfahren von der Polizei Bergisch-Gladbach entwickelt, welches durch eine spezielle Codierung sofort vor Ort den Beamten Auskunft über den Eigentümer einer Sache geben konnte.  Besser geht es nicht.
Um das Verfahren bundesweit nutzen zu können, entwickelte die Friedberger Polizei dieses System weiter. Die verschlüsselte Information gibt Auskunft über den Kreis, die Gemeinde, die Straße und Hausnummer und trägt am Schluss die Initialen des Eigentümers. Verwechselung unmöglich. Diese Codierung wird bisher auf allen beweglichen Gegenständen aufgebracht. Handwerker sichern damit ihre Werkzeuge, Unternehmen und Schulen Inventar wie Laptops und dergleichen.  In allen Stationen der Polizei ist die EIN (Eigentümer-Identifizierungs-Nummer) als individuelle Markierung von beweglichen Wertgegenständen bekannt. Zum Teil übernehmen diese Stellen sogar die Codierung.
Einen Code-Generator findet man auf der Seite des ADFC Fachausschuss Technik. Hier sind ebenfalls Anbieter von Codierungen aufgeführt. Nachdem der Rahmen gekennzeichnet wurde, erhält man einen Fahrradpass. Dieser Fahrradpass ist ähnlich einem Fahrzeugbrief. Wenn man das Fahrrad verkauft, sollte man einen ordentlichen Kaufvertrag erstellen, indem Verkäufer und Käufer klar erkennbar sind. Zum Kaufvertrag gehört dann nicht nur das Fahrrad, sondern auch der Fahrradpass. Insbesondere bei wertvollen Sportgeräten sollte diese Codierung nicht fehlen.
Fragen zum kompletten Ablauf und zu technischen Inhalten beantwortet der ADFC auf der Seite “Farrad-Codierung | Der Code gegen den Klau”.

Auffinden unterstützen

Bleibt nur die Frage: Wo ist das gute Stück, nachdem es entwendet wurde? Aktionen in den sozialen Netzwerken sind nicht selten. Sicher eine Idee. Es bleibt jedoch die berühmte Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Auffällige “Suchaufträge” mit besonderer Form und Lackierung haben eine gewisse Chance. Zufall bleibt der Erfolg statistisch trotzdem. Eine zuverlässige technische Ortung gibt es bereits: GPS (Global Positioning System).
In Autos ist es seit längerer Zeit bereits im Einsatz. Für Fahrräder ist es noch relativ neu. Alternativen entstehen nach und nach. Diese Geräte werden im Rahmen, als Anbauteil, in gesonderten Boxen, in Lenkrad, Steuerrohr oder Beleuchtung verbaut.
Gesteuert wird dieses Gerät dann entweder per SMS (Short Message Service) oder über Internet. Dazu muss das am Fahrrad montierte GPS-Modul gedoch eine SIM-Karte besitzen. Oft kann beides direkt in einem Paket bestellt werden. Kleinere Geräte sind eher für die Personenüberwachung gedacht, wie der Mobile GPS/GSM Tracker GT-340. Solche Produkte bekommt man aktuell ab 90 Euro. Etwas teurer sind zur Zeit noch Rücklichter mit GPS-Funktion. Günstigere Modelle liegen etwa bei 140 Euro (Spylamp 2.0), teurere Produkte (VeLocate) sichern ihre Versorgung über das Dynamo oder den E-Bike Akku. Bei dieser Kategorie liegt der Preis noch bei rund 200 Euro. Wie bei Autos, lohnt sich die Investition erst mit entsprechend teuren Fahrrädern. Zudem ist daran zu denken, dass ein leerer oder defekter Akku das komplette GPS-Modul unbrauchbar macht. In diesem Fall gewinnt wieder der Schurke. Regelmäßige und zuverlässige Pflege ist hier unerlässlich.

Interssante Links zu Anbietern von GPS-Trackern und Modulen:

Anbieter von Komplettlösungen – SpyBike, ein Team, eine Mission: Kampf den Fahrraddieben
Anbieter von diversen Boxen und Modulen – Ortungssysteme
Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels lagen ebenfalls Angebote für GPS-Tracker zum Einbau in das Steuerrohr bei den einschlägigen Online-Händlern Amazon und Ebay vor.
Für die hier verlinkten Angebotenen Artikel und den Leistungen der Anbieter übernehmen wir keinerlei Gewähr.

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